Eröffnungsansprache

    Eröffnungsansprache 16 Uhr                                      Walter Erb

     

    Liebe Dankesbrüder und –schwestern

     

    Heute ist ein Jubeltag. Die Rentner hätten ab heute eine Rentenerhöhung von nur 0,46 % kriegen sollen. Aber die Regierung zeigte sich großzügig und gibt ihnen jetzt 1,1 %. Damit die Rentner auch am Aufschwung teilnehmen können. Die anstehende Stufe der Riestertreppe nach unten wurde verschoben. Die geplante Minderung des möglichen Rentenzuwachses steht erst in 2 Jahren an. Dann wird alles wieder eingesammelt.

    Und da wir diese Minimalabhebung – die ja wieder verrechnet wird - und das inszenierte öffentliche Theater darum - in Verbindung mit den laufenden Preis- und Beitragssteigerungen - als eine soziale Groteske ansehen und dazu die so genannten  Rentenreformen der letzten Jahre und Jahrzehnte und das Ausspielen von Jung gegen Alt, blieb nur die Satirische Überspitzung als Stilmittel.

    Angesichts der unverschämten Ansprüche der Rentner und Rentnerinnen gegenüber dem verarmten Staat und ihrer ausgelaugten Rentenversicherung, wollten wir erst einen Rentner-Busstag begehen, uns in Büßergewänder werfen, uns öffentlich selbst kasteien oder geißeln und in den Staub werfen.

    Wir haben uns für einen Rentner-Danktag entschieden, dass wir nach langer Zeit überhaupt etwas bekommen und dann gleich das 2,4 fache von dem, was uns überhaupt zusteht - soviel ist 1,1 % gegenüber nur 0,46 %. Außerdem sind die Darmstädter ja ein dankbares Volk gegenüber der Obrigkeit, wie ihre vielen Denkmäler zeigen.

    Wir wollen diesen Tag würdig begehen und ich bitte auch alle Teilnehmer dem in Kleidung und Verhalten gerecht zu werden. Wir meinen die rentenpolitische Realsatire sollten wir auch satirisch würdigen. Eine gut gemachte Satire bewegt in vielen Köpfen mehr als die beste Rede. Ich will hier nicht auf alle Einzelheiten des laufenden Rentenbetrugs gehen, dazu gibt es genug Material, das wir und andere erarbeitet haben. Viele Aspekte werden auch in unserem Rentner-DankTag künstlerisch interpretiert: Ein sozialpolitisches Gesamtkunstwerk. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind gewollt.

    Wir werden uns bis 17 Uhr hier am Luisenplatz in Richtung Wilhelminenstrasse langsam sammeln und ein buntes politisch-kulturelles Allerlei veranstalten. Jeder, der mitmachen will, wird einen Platz und eine Möglichkeit finden zur aktiven Teilnahme. Wer für heute noch eine Aufgabe übernehmen will, soll sich umgehend bei uns melden.

    Um 17 Uhr werden wir unsere Dankesprozession in Richtung Schloss beginnen zu unserer ersten Station am Friedensplatz. Nächste Station ist der Marktplatz, dann das Bismarck-Denkmal, dann vor Karstadt und von dort geht’s wieder zum Luisen-platz.

    Unterwegs gibt es auch noch Einiges zu hören und zu sehen. Der Weg gehört zum Ziel.

    Um etwa 19 Uhr sind wir wieder hier zu einem gemeinsamen Abschluss mit einem kurzen Resumee des ersten Rentner-Danktages und wie es weitergehen kann und soll.

    Wer wegen der Arbeit oder aus anderen Gründen nicht von Anfang an dabei sein kann, kann sich jederzeit einklinken. Ein politisch-kulturelles Gesamtkunstwerk gelingt umso besser, wenn möglichst alle aktiv mitwirken.

    Jeder Mensch ist ein Künstler sagte schon Beuys.

    Lasst Euch überraschen und viele neue Anregungen sammeln, für Eure politische Arbeit in der Zukunft.